Verein reagiert auf steigende Kosten
Sport & Reha Freising erhöht Beiträge: Neuer Vorstand soll Finanzlücke schließen
Sport & Reha Freising hat bei seiner Jahreshauptversammlung die Vereinsführung neu geordnet – und gleichzeitig auf spürbar gestiegene laufende Kosten reagiert. Die Mitglieder entschieden sich gegen Spartenbeiträge und für eine Anhebung des einheitlichen Jahresbeitrags von 84 auf 120 Euro.
Neue Vereinsführung übernimmt – Kontinuität in wichtigen Funktionen
An der Spitze des Vereins steht künftig Mechthild Hamberger als 1. Vorsitzende, zur 2. Vorsitzenden wurde Heike Miller gewählt. Sabine Lotz übernimmt satzungsgemäß das Amt der 3. Vorsitzenden, Werner Brisch bleibt der Vorstandschaft als Beisitzer erhalten. Wiedergewählt wurden Renate Schwabe als Schatzmeisterin, Richard Klehr als Schriftführer, Dagmar Sixt und Paul Podolinsky als Beisitzer sowie Antje Deutschmann und Franz Schwaiger als Kassenrevisoren.
Der geordnete Übergang ist für den Verein mehr als eine Formalie: Vor zwei Jahren hatte Sport & Reha Freising nach eigener Darstellung vor einem existenziellen Problem gestanden, weil sich über längere Zeit niemand für den Vorsitz gefunden habe; erst als Sabine Lotz sich zur Verfügung gestellt habe, sei eine Auflösung abgewendet worden.
Hamberger begründete ihre Kandidatur mit der Verantwortung gegenüber dem Verein: „Als Mitglied fühle ich mich mit Sport & Reha eng verbunden. Ich habe mich für den Posten der Vorsitzenden zur Verfügung gestellt, um eine Vereinsauflösung zu verhindern.“ Für Hamberger ist die Vereinsführung nach eigener Aussage Neuland; zugleich bringt sie langjähriges Engagement in der Freisinger Sportszene mit, unter anderem im Inklusionssport. Ihr Ziel beschrieb sie vor allem als Aufgabe, den Verein so zu führen, dass sich die Mitglieder weiterhin gut aufgehoben fühlen.
Warum der Druck wächst: Mehr Angebot, höhere Fixkosten, weniger Zuschüsse
Die finanzielle Lage gilt derzeit als zentrale Baustelle. Sport & Reha Freising zählt 279 Mitglieder, darunter 207 Frauen. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen, die auch im höheren Alter aktiv bleiben und Gemeinschaft finden wollen – ein Profil, das häufig mit hoher Kursnachfrage und entsprechendem organisatorischem Aufwand einhergeht.
Mit steigenden Mitgliederzahlen wurden in mehreren Abteilungen zusätzliche Übungsstunden aufgebaut, darunter:
- Bioning
- Faustball
- Gymnastik
- Kegeln
- Line Dance
- Nordic Walking
- Sitzgymnastik
- Wassergymnastik
- Yoga
Genau dieses Wachstum hat jedoch eine Kehrseite: Wenn der Trainingsbetrieb ausgeweitet wird, steigen auch Honorare, Verbandsabgaben und Hallenkosten – und damit jene Posten, die in Vereinen nur begrenzt kurzfristig zu steuern sind.
Für 2025 bezifferte der Verein die Mehraufwendungen auf:
- 2200 Euro für Übungsleiter
- 1300 Euro für Verbandsabgaben
- 3300 Euro für Hallenmieten
Letztlich sind das 7000 Euro Mehrkosten, die durch die Mitgliederbeiträge nicht mehr gedeckt sind.
Zusätzlich falle ins Gewicht, dass „seit zwei Jahren die Zuschüsse der Sparkasse ausgeblieben“ seien – ein Umstand, der Reserven schneller schrumpfen lasse.
Damit wird die Herausforderung für den neuen Vorstand klar umrissen: Es geht nicht um einen einzelnen Ausreißer im Etat, sondern um dauerhaft höhere laufende Kosten, insbesondere bei Hallengebühren und Pflichtabgaben. Solche strukturellen Mehrbelastungen lassen sich erfahrungsgemäß nur durch eine Mischung aus Einnahmeanpassungen, Sponsoring und konsequentem Ausgabenmanagement auffangen.
Einheitlicher Beitrag statt Spartenmodell – Mitglieder wählen den einfachen Weg
In der Debatte stand auch ein alternatives Beitragsmodell im Raum: Spartenbeiträge, bei denen kostenintensive Angebote stärker bepreist werden. Der Gedanke liegt nahe, weil einzelne Bereiche – etwa Wassergymnastik oder Kegeln – für einen Verein meist teurer zu organisieren sind als Angebote, die weniger Infrastruktur benötigen.
Die Mitglieder lehnten dieses Modell jedoch ab. Stattdessen beschlossen sie eine allgemeine Erhöhung des Jahresbeitrags von 84 auf 120 Euro. Auch eine Lösung, den Vereinsausschuss zu beauftragen, den Beitrag im Herbst bei Bedarf nachzujustieren, fand keine Mehrheit.
Der Beschluss folgt dem Selbstverständnis des Vereins als breit aufgestelltes Gemeinschaftsangebot: Ein einheitlicher Beitrag reduziert Verwaltungsaufwand, vermeidet Abgrenzungsdebatten zwischen Abteilungen und hält die Mitgliedschaft übersichtlich kalkulierbar. Gleichzeitig bedeutet das Modell, dass der Verein Kostensteigerungen gemeinschaftlich trägt – ein Ansatz, der in Vereinen mit starkem sozialen Charakter oft bewusst gewählt wird.
Sparen, Sponsoren, kleine Stellschrauben: Wo der Verein zusätzlich ansetzt
Neben der Beitragserhöhung diskutierte der Verein weitere Maßnahmen, um Einnahmen zu erhöhen oder Ausgaben zu senken. Genannt wurden die Suche nach Sponsoren sowie konkrete Sparschritte im Vereinsalltag. So soll der Bus für den Vereinsausflug nach Inzell am Samstag, 13. Juni, künftig nicht mehr kostenlos sein. Außerdem könnten Einladungen und Informationen verstärkt per E-Mail statt per Post versendet werden, um laufende Kosten zu reduzieren.
Für den neuen Vorstand beginnt damit eine Phase, in der finanzielle Stabilisierung und Vereinsidentität zusammengebracht werden müssen: Das Angebot soll erhalten bleiben, zugleich muss die Kostenbasis realistisch zu den Einnahmen passen. Der Beschluss zur Beitragserhöhung verschafft dem Verein zunächst Luft – die nachhaltige Konsolidierung wird aber davon abhängen, ob zusätzliche Einnahmequellen erschlossen und Ausgaben dauerhaft begrenzt werden können, ohne das Profil von Sport & Reha Freising auszudünnen.

