Reinhard Wöllmer in der galerie 13: Papier und Stahl als poetische Skulptur


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Reinhard Wöllmer: Papier und Stahl zwischen Konstruktion und Poesie
Die galerie 13 in Freising präsentiert mit Reinhard Wöllmer einen Künstler, der alltägliche Materialien in eigenständige Skulpturen von großer formaler Präzision verwandelt. Die Ausstellung Papierobjekte und Stahlskulpturen führt in ein vielschichtiges Oeuvre zwischen struktureller Abstraktion, sinnlicher Materialität und spielerischer Poesie.
Papier wird zum bildhauerischen Körper
Im Zentrum stehen Papierobjekte, die jede Vorstellung vom Papier als fragilem Bildträger hinter sich lassen. Wöllmer arbeitet mit eingefärbtem Papiermaché und formt das Material zu plastischen Körpern. Besonders das Kreismotiv prägt seine Formensprache: Scheiben, Rundungen und konvex-konkave Wölbungen verbinden geometrische Klarheit mit einer beinahe organischen Präsenz.
Das zu Scheiben gewalzte Papier bearbeitet der Künstler überwiegend mit dem Hammer. In diesem handwerklich geprägten Prozess entstehen reliefartige Oberflächen, feine Schichtungen und subtile Übergänge zwischen Fläche und Raum. Die Werkbetrachtung macht sichtbar, wie Farbe, Material und Licht zu einer konzentrierten ästhetischen Erfahrung verschmelzen.
Stahlskulpturen mit architektonischer Spannung
Den leichten, wandelbaren Papierformen treten Stahlskulpturen mit Gewicht und konstruktiver Präsenz gegenüber. Stahl verleiht den Arbeiten eine klare räumliche Setzung, während die Papierobjekte durch ihre Bearbeitung und Farbigkeit eine poetische Beweglichkeit bewahren. Aus diesem Gegensatz entwickelt sich die besondere Ausstellungsatmosphäre der Präsentation: Leichtigkeit begegnet Schwere, taktile Feinheit trifft auf industrielle Festigkeit.
Kunsthistorische Einordnung und Künstlerbiografie
Reinhard Wöllmer, 1957 in Nürnberg geboren, studierte von 1977 bis 1984 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Clemens Fischer und schloss als Meisterschüler mit Klassenpreisen ab. Seine Ausbildung zum Dekorateur und Schauwerbegestalter bildet einen wichtigen handwerklichen Hintergrund seiner späteren Materialkunst. Als freischaffender Künstler, Dozent und Mitglied der Gruppe PURPUR entwickelte er eine unverwechselbare Position zwischen Objektkunst, geometrischer Abstraktion und plastischer Farbreliefkunst.
Wöllmers Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Bayerische Debütanten Förderpreis für Künstler und Publizisten, der Kunstpreis Hollfeld sowie der Kunstpreis des Kunstvereins Spirale Treuchtlingen. Seine Werke befinden sich außerdem in öffentlichen Sammlungen und wurden im öffentlichen Raum realisiert.
Besuch und Ausstellungsdauer
Die Ausstellung ist vom 22. September bis 7. November 2026 in der galerie 13 zu sehen. Am Dienstag, Mittwoch und Freitag öffnet die Galerie von 14 bis 18.30 Uhr, donnerstags von 14 bis 20.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr. Besuche sind zusätzlich nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt ist frei.
Fazit: Eine ästhetische Erfahrung zwischen Fläche und Raum
Die Ausstellung bietet ein konzentriertes Kunsterlebnis für alle, die zeitgenössische Skulptur, Objektkunst und poetische Materialästhetik unmittelbar erleben möchten. Reinhard Wöllmers Papierobjekte und Stahlskulpturen zeigen, wie aus Reduktion, handwerklicher Konsequenz und genauer Kuratierung eine eindringliche Bildsprache entsteht. Ein Besuch in der galerie 13 bereichert die kulturelle Bildung und eröffnet eine intensive Werkbetrachtung zwischen Farbe, Form, Licht und Raum.
Offizielle Kanäle von Reinhard Wöllmer:
- Website: https://woellmer.net/
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
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