ausbrechen im Alten Gefängnis Freising: Kunst zwischen Freiheit und Struktur


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Ausbrechen als Kunsterlebnis: Hartmut Fenge und Elsa Nietmann im Alten Gefängnis Freising
Die Gemeinschaftsausstellung ausbrechen bringt zwei eigenständige künstlerische Positionen in einem Ort zusammen, dessen Geschichte den Titel unmittelbar auflädt: das Alte Gefängnis Freising. Zwischen historischen Mauern entfaltet sich eine Ausstellung, die von Bewegung, Struktur, Linie und Farbe erzählt und den Blick für Grenzerfahrungen schärft. Gezeigt werden Arbeiten von Hartmut Fenge und Elsa Nietmann in einer Atmosphäre, die Konzentration, ästhetische Erfahrung und kunsthistorische Neugier verbindet.
Ein vieldeutiger Titel, ein besonderer Ort
Ausbrechen meint hier mehr als das Verlassen eines geschlossenen Raums. Der Titel verweist auf kreative Befreiung, auf das Überschreiten gewohnter Muster und auf jene produktive Unsicherheit, die entsteht, wenn Kunst Neuland betritt. Im Alten Gefängnis Freising gewinnt dieser Gedanke eine starke räumliche Präsenz: Die Ausstellung setzt auf die Spannung zwischen Architektur, Geschichte und zeitgenössischer Kunst und macht den Ort selbst zum Teil der Werkbetrachtung.
Elsa Nietmann: Holzskulptur zwischen Körper, Bewegung und Struktur
Elsa Nietmann arbeitet seit 2006 als selbstständige Künstlerin nach ihrer Ausbildung an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei in München. Ihre gesägten Holzskulpturen entstehen aus einem intensiven Dialog mit Material, Körperwahrnehmung und Bewegung. Mit der Kettensäge, mit Farbe und mit Feuer entwickelt sie Form für Form, Struktur für Struktur. Ihre Arbeiten suchen nach einem Tragwerk im Raum und nach einer sichtbaren Ordnung, die zugleich fragil und lebendig wirkt.
Wer ihre Skulpturen betrachtet, erlebt eine sensible Verbindung von Handwerk, Materialästhetik und körperlicher Präsenz. Die Oberflächen, Schnitte und Verdichtungen der Holzskulptur öffnen einen Raum, in dem Bildhauerei nicht nur Form, sondern auch Bewegung und Transformation sichtbar macht.
Hartmut Fenge: Malerei im Grenzbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion
Hartmut Fenge fand über Umwege zur Kunst und vertiefte seine malerische Arbeit nach Studien bei Paul Thorsten Hahn, Cornelia Eichacker und Jerry Zeniuk. Seine Farbmalerei bewegt sich in informellen Kompositionen, in denen Übergänge, Linien und Flächen eine besondere Rolle spielen. Ausgangspunkt sind häufig Tiere und Landschaften, die er zu schemenhaften organischen Gebilden weiterentwickelt. Die Bilder folgen keiner dekorativen Geste, sondern einem Erkenntnisprozess, der Form, Farbe und Komposition in Spannung hält.
Fenges Malerei entfaltet kraftvolle Bildräume mit starken Farben, strukturierten Schichtungen und einer klaren inneren Logik. Gerade in der Gegenüberstellung zu Nietmanns Skulpturen entsteht ein reizvolles Kunsterlebnis: Hier die materielle, haptische Plastizität des Holzes, dort die farblich konzentrierte, geistige Verdichtung der Leinwand.
Ein Ort für kulturelle Bildung und konzentrierte Werkbetrachtung
Die Ausstellung eröffnet nicht nur einen Zugang zu zwei künstlerischen Handschriften, sondern auch zu zentralen Fragen zeitgenössischer Kunst: Wie entsteht Form? Wo beginnt Bewegung? Wie lassen sich Barrieren im Denken und Arbeiten überwinden? Solche Fragen machen ausbrechen zu einer Ausstellung mit pädagogischer Tiefe, die sich gleichermaßen für kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher wie für ein neugieriges Publikum eignet.
Der historische Rahmen des Alten Gefängnisses verstärkt die Wirkung der gezeigten Arbeiten und schafft eine Ausstellungsatmosphäre, in der die Auseinandersetzung mit Malerei und Skulptur besonders intensiv ausfällt. Die Vernissage am 31. Juli 2026 um 19 Uhr markiert den Auftakt, die Laufzeit vom 1. bis 9. August 2026 bietet mehrere Tage für eine konzentrierte Begegnung mit den Werken.
Fazit: Ein Ausstellungserlebnis zwischen Freiheit, Form und Wahrnehmung
ausbrechen verspricht einen anregenden Rundgang zwischen Bildhauerei und Malerei, zwischen Raum, Rhythmus und Material. Wer zeitgenössische Kunst mit kunsthistorischem Bewusstsein und offener Wahrnehmung erleben möchte, findet hier eine Ausstellung, die den Begriff der Freiheit neu befragt. Ein Besuch im Alten Gefängnis Freising lohnt sich unbedingt – gerade, weil diese Ausstellung im besten Sinn dazu einlädt, gewohnte Blickmuster zu verlassen.
Offizielle Kanäle von Altes Gefängnis Freising:
- Instagram: https://www.instagram.com/kultur.stadt.freising
- Facebook: https://www.facebook.com/Kultur.Stadt.Freising
- YouTube: https://www.youtube.com/@StadtFreising
- Website: https://www.altesgefaengnisfreising.de/










